Mit jedem Neumond sind wir begeistert von Neuerungen oder wollen selbst etwas Neues beginnen. Dabei ist es von einiger Bedeutung, nicht zu viel zu schnell auf einmal anzufangen. Bei aller Begeisterung, zu der wir zu Neumond fähig sind, trägt das Bemühen um Objektivität sehr zu unserem persönlichen oder beruflichen Erfolg bei.

Dieser Neumondzyklus (vier Wochen) ermöglicht uns neue Erkenntnisse und verschafft uns einen Überblick in unserer derzeitigen Situation. Dabei sollten jedoch auch entscheidende Kleinigkeiten nicht außeracht gelassen werden. Aus unserem Unbewussten stammende, bis in die tiefsten Schichten hinabreichende Gefühle, prägen jetzt unsere Anschauungen, unsere Einstellung und unsere Gedankengebäude. Wenn wir jetzt neues Wissen oder Einsichten erwerben, müssen wir davon gefühlsmäßig berührt werden, um wirklichen Erfolg zu erlangen.

Ein Mangel an Klarheit in derzeitigen Situationen könnte bei allen Schlüssen, zu denen wir in bezug auf die Situation kommen, zu Fehlern oder Irrtürmern führen. Es ist besser, solange zu warten, bis entweder alle Fakten vorliegen oder bis wir sicher spüren. dass wir die Angelegenheit sachlich genauer einschätzen können. Es könnte auch sein, dass jemand uns etwas mitzuteilen versucht, was wir entweder nicht anhören, akzeptieren oder wahrnehmen können.

Durchsetzung ist anstrengend

Offene Durchsetzung dürfte jetzt nicht immer leicht fallen. Zwischen dem, was wir von uns zeigen, und dem, was wir eigentlich zum Ausdruck bringen möchten, dürfte ein erheblicher Unterschied bestehen. So könnten wir das Gefühl der inneren Zerrissenheit haben, wenn wir etwas tun und eigentlich etwas anderes zum Ausdruck bringen wollen. Diese Spannung kann zu einer Belastung werden oder zur Motivation, vermehrt gemäss unsrer Eigenart zu handeln und sich durchzusetzen.

Eine solide Grundlage schaffen

In der Öffentlichkeit und im Berufsleben dürften wir uns mehr von der konservativen Seite zeigen und mehr Wert auf materiellen Wohlstand legen. Unsere Zielvorstellungen sind vermutlich geprägt vom Wunsch nach Sicherheit, Besitz, Genuss, Beständigkeit, Schönheit und Frieden. Wir wollen Dinge bewahren, hegen und pflegen und streben eine berufliche Stellung an, in der wir diese Eigenschaften ausdrücken und in irgendeiner Form mit realen Werten umgehen können. Dabei sind wir stets auf ein Mindestmass an Sicherheit bedacht und vertreten eine eher konventionelle Linie. Was auch immer wir in einem beruflichen oder öffentlichen Umfeld tun, Freundlichkeit und eine gewisse menschliche Nähe gehören jetzt dazu. In Bereichen, in denen wir Verantwortung zu tragen haben, betonen wir jetzt mehr das Verbindende im zwischenmenschlichen Kontakt im Berufsleben.

Intuitiver Wissensschatz

Mit dem rückläufigen Merkur im Neumondhoroskop liegt ein reicher Schatz vergraben. Jedoch – wie im Märchen – sind zuerst einige Schwierigkeiten zu bewältigen.Vermutlich reagieren wir eher empfindlich, wenn es um Denken, Wissen und Kommunikation geht. Kontrollierst du, was du sagst und denkst? Kostet es dich viel Energie, nichts Falsches zu äussern? Vielleicht leidest du unter Prüfungsangst oder scheust dich grundsätzlich, dein Wissen zu zeigen. Oder du hast manchmal Angst, nicht klar denken zu können.

Dein Denken ist nicht nur rational und logisch, sondern wird von Bildern und Einflüssen aus dem Unbewussten mitgeformt. Die Schwierigkeit besteht darin, dieses nicht rationale und kontrollierbare, sondern eher kreative und intuitive Denken und Wissen in nützliche Bahnen zu lenken. Als erster Schritt muss das Irrationale akzeptiert werden, um es dann frei fliessen zu lassen und zu beobachten. Das bedeutet, wir lassen beispielsweise unserer Bildersprache freien Lauf und erzählen und sprechen einmal ohne innere Zensur. Um Missverständnisse auszuschliessen, frage nach und lasse dir bestätigen, dass du richtig verstanden wurdest.

Tradition und Fortschritt

Einerseits haben wir jetzt das Bedürfnis nach einem sicheren, strukturierten Leben, andererseits ein Verlangen nach der Entwicklung der eigenen Individualität. Wir sehen den Wert des Altbewährten und gleichzeitig die Möglichkeiten, die die Zukunft in sich trägt. Obwohl wir damit zwischen Gegensätzen stehen, können wir eine gute Wahl treffen, verändern, was der Veränderung bedarf, und bewahren, was dem Leben Stabilität und Sicherheit verleiht. Das Bedürfnis Altes mit Neuem zu verbinden verstärkt sich. Beides zu respektieren, ermöglicht es uns, bahnbrechend zu wirken. Mit Geschick und Fingerspitzengefühl finden wir den Mittelweg zwischen Tradition und Fortschritt.

Ein unkonventionelles Weltbild

Bist du mit den traditionellen (Bildungs)Systemen nicht einverstanden? Oder willst du die sozialen oder politischen Strukturen verändern? Macht sich deine „reformerische Ader“ bemerkbar?. Sind dir alte und überholte Anschauungen in der Gesellschaft ein Dorn im Auge? Vermutlich interessieren wir uns jetzt mehr für fortschrittliches Gedankengut und/oder ungewöhnliche Studiengebiete. Auch in Glaubensfragen dürften wir der traditionellen Richtung skeptisch gegenüber stehen oder lehnen diese sogar ganz ab. Es ist jetzt wichtig, durch eigene Erkenntnis eine Weltanschauung zu entwickeln und nicht eine fixfertige von einem Guru zu übernehmen. Unsere Ideen mögen von anderen vielleicht als exzentrisch beurteilt werden, wir aber gewinnen aus diesen gedanklichen Experimenten neue Einsichten, die unser Leben bereichern. Vermutlich sind wir anderen Meinungen gegenüber offener und toleranter, lassen uns jedoch nicht ohne Weiteres von unserer Überzeugung abbringen.

Martina

© Martina Frühbis, 19. April 2017