Liebe ist ein Mysterium, das gelebt werden will und kein Problem, dass es zu lösen gilt. Das Thema Beziehung ist sicher ein Hauptthema im Leben und zeigt die Sehnsucht, die Anziehung, die Auseinandersetzung, das Streben nach Vereinigung der Gegenpole von Mann und Frau.

Zahlreiche Mythen erzählen davon, dass Mann und Frau ursprünglich als Einheit erschaffen worden sind und erst später getrennt wurden. Die Trennung der Geschlechter – das Herausfallen aus der ursprünglichen, kosmischen Einheit und dem Zustand der Glückseligkeit – und diese Erinnerungen sollen tief in unserem (kollektiven) Unterbewusstsein vorhanden sein.

Das kosmische Experiment der Dualtität auf diesem Planeten soll dazu dienen, dem Menschen den Fall aus der kosmischen Einheit sichtbar und erfassbar zu machen. Das (verzweifelte) Verlangen, eins zu werden mit einem geliebten Menschen, trägt also die Sehnsucht nach dieser kosmischen Einheit in sich. Demnach erweist sich jeder Versuch als Illusion, solange wir die uns fehlende Ergänzung in einem äußeren Partner suchen und von ihm erwarten, uns vollständig zu machen.

Wir könnten diesem Teufelskreis aus Illusionen und Angst entgehen, wenn wir erkennen, das die gesuchte Einheit und Vollständigkeit letzlich nur in uns selbst zu finden und herzustellen ist. Jeder Mann und jede Frau hat männliche und weibliche Anteile in sich. Ein Mensch im Zustand der Glückseligkeit hat seine männlichen und weiblichen Anteile wiedervereinigt und versöhnt, die gegensätzlichen Pole integriert und damit die Dualität überwunden.

In der Vereinigung mit einem geliebten Partner, erhalten wir einen Geschmack von dieser letztendlich angestrebten Einheit. Eine Beziehung ist ein wetvolles Lern- und Experimentierfeld. In der Spiegelung durch einen Partner können wir erfahren, was in uns für unsere Ganzwerdung (noch) zu entwickeln ist. Im Zusammensein mit unserem jeweiligen Partner öffnen sich Dimensionen unseres Seins, zu denen wir allein kaum Zugang finden könnten.

Je tiefer wir uns auf die Liebe einlassen, umso reicher wird unser Leben. Damit ist allerdings nicht nur die schöne und zärtliche Seite der Liebe gemeint, sondern auch ihre Schattenseiten: Eifersucht, Streit, Schmerz, Trennung. Wenn wir diesen Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg gehen, sondern die Gegensätzlichkeiten akzeptieren und verstehen, wird es uns nach und nach gelingen, unsere Ansprüche, Erwartungen und Projektionen zu uns zurückzunehmen und unseren Partener als das zu sehen, was er wirklich ist: nämlich ein Individuum, das in Wahrheit unendlich anders ist als du und nicht das Manifest dessen, was dir fehlt.

Indem wir unserem Partner die Freiheit einräumen, uns in keiner Weise zu gehören, akzeptieren wir seine Realität, wie immer sie auch aussehen mag?!Dabei werden wir uns immer wieder auf uns selbst zurückgeworfen fühlen, wenn wir seine Andersartigkeit wahrnehmen.

Was gibt dir dein Partner, was du in dir vermisst?

Als Single: Was soll dir ein Partner geben, was du in dir vermisst?

Wenn dir o. g. Gedanken zu kompliziert und unverständlich erscheinen – vergess sie erst mal und stürze dich in die Herausforderungen deiner Beziehung bzw. deiner Liebesabenteuer. Vielleicht kannst du nach einiger Zeit diese Gedanken nochmal durchlesen und dann besser verstehen. Liebe ist kein Problem, dass gelöst werden will, sondern ein Mysterium, das gelebt werden will…

Martina

© Martina Frühbis