Einerseits wollen wir neue Wege gehen (Uranus), andererseits hält uns unsere sicherheitsbezogene und am Alten festhaltende Seite zurück (Saturn). Jetzt wird dieses Spannungsfeld zwischen Alt und Neu, zwischen Bewahren und Verändern, besonders stark.

Wenn wir bisher Dinge und Situationen, die längst einer Veränderung bedürften, beim Alten gelassen haben, kann jetzt der Druck unerträglich werden. Die Umstände fordern auf, nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Dabei könnten wir erfahren, dass sich die aktuelle Situation in den Weg stellt, zum Beispiel durch Menschen, die konservativer denken als wir und uns zu bremsen scheinen, oder durch die Tatsache, dass es leichter ist, einer Idee im Kopf nachzuhängen, als sie mit allen Details und unvorhergesehenen Schwierigkeiten in die Realität umzusetzen. Aber genau das sollten wir jetzt vielleicht tun, unsere Ideen konkret werden lassen, die alten Strukturen fallen lassen und Veränderung zulassen, auch wenn dann “alles durcheinander gerät”.

Überall, wo wir in festen Strukturen leben und wenig Neues und Unvorhergesehenes Platz hat, drängt sich jetzt eine Veränderung auf. Schauen wir weg und lassen alles beim Alten, steigt unsere innere Spannung, die sich ähnlich wie ein Pulverfass anfühlen könnte. Dann ist es auch denkbar, dass Veränderungen “von aussen” auf uns zukommen und etwas Überraschendes passiert.

Diese Zeit fordert eine Neuorientierung. Wir können lernen, Veränderungen zu planen und gezielt und mit Mass durchzuführen. Also keine Revolutionen und Feuerwehrübungen! Indem wir Altbewährtes und Neues gegeneinander abwägen und dort Änderungen in Gang leiten, wo Strukturen erstarrt und überholt sind, können wir die inneren und äusseren Spannungen abbauen und unserer eigentlichen Bestimmung einen Schritt näher kommen.

Begrenzungen akzeptieren

Um im täglichen Leben zu bestehen, braucht man Strukturen, trägt Verantwortung und hat Pflichten zu erfüllen. In diesen Bereichen sehen wir jetzt die Schwachstellen. Vielleicht können wir nicht die Leistung erbringen, die von uns erwartet wird oder die wir selbst von uns fordern. Aber wir können uns jetzt in der nötige Gelassenheit üben, um unsere Grenzen zu akzeptieren.

Verantwortlich für das eigene Wohlbefinden

Nur was auf einem stabilen Fundament aufgebaut ist, besteht diese Zeit der Prüfung. Ungereimtheiten machen sich unangenehm bemerkbar und lassen sich nicht länger unter den Tisch wischen.

Diese Zeit fordert von uns auch ein geordnetes Privatleben. Damit ist nicht gemeint, dass wir uns gesellschaftlichen Normen anpassen sollen, sondern dass wir ein Leben führen, zu dem wir aus tiefster Seele Ja sagen können.

Wenn wir die Verantwortung dafür in den letzten Jahren immer wieder übernommen haben, so sind jetzt vielleicht nur kleinere Dinge in Ordnung zu bringen. Gibt es jedoch offene Fragen wollen diese jetzt gründlich gelöst werden. Denkbar ist auch eine Neuorientierung im beruflichen oder partnerschaftlichen Bereich im Zusammenhang mit der Frage, mit wem wir zukünftig unser Leben teilen wollen. Immer geht es darum, den Ort, an dem wir Geborgenheit finden und seelisch auftanken können, von Unstimmigkeiten zu befreien. Ein anderes Beispiel wäre die Auseinandersetzung mit den Wohnverhältnissen, ein eigenes Haus, eine Wohnung, wo plötzlich sichtbar wird, wie die Fassade abblättert oder das Dach undicht wird und die Renovationsarbeiten sich nicht länger aufschieben lassen.

Letztlich sind äussere Situationen Abbilder für ein inneres Bedürfnis nach einer besseren Verankerung in sich selber. So könnte eine psychotherapeutische Arbeit oder eine andere bewusstseinserweiternde Technik jetzt auch sehr fruchtbar sein. Was auch immer uns in die Quere kommt, wir können uns gründlich damit auseinandersetzen und nach dauerhaften Lösungen suchen. Ein oberflächlicher Kompromiss oder die Missachtung drängender Probleme kommt unweigerlich als Bumerang zurück. Ob wir uns um unser inneres oder äusseres “Wohnhaus” bemühen, wir legen in den kommenden zwei bis drei Jahren das Fundament für den Ort, an dem wir uns in den nächsten Jahren erholen und neue Kräfte tanken können.

Verändern, was sich nicht bewährt

Diese Zeit könnte einige Unruhe in unser Leben bringen. In Lebensbereichen, in denen schon seit längerer Zeit eine Veränderung ansteht, die wir aber aus Angst vor dem Unbekannten stets vor uns hergeschoben haben, kann die Spannung nun ins Unerträgliche steigen. In einer längst überholten Beziehung könnten w die Differenzen so gross werden, dass wir uns losreissen wollen. Im Beruf können Schwierigkeiten mit den Vorgesetzten auftauchen und eventuell eine berufliche Veränderung nahelegen. Immer geht es darum, dass an bestehenden Strukturen gerüttelt wird. Was mehr schlecht als recht funktioniert, stört uns nun so sehr, dass wir Abhilfe schaffen wollen.

Wenn es Spannungen am Arbeitsplatz und im Privatleben gibt, so gilt es, die Liebe zum Bestehenden genauer zu betrachten und sich ernsthaft zu fragen, ob ein Wechsel nicht angebracht wäre. Es geht darum, die Kiste der gut eingeübten Rollen auszuräumen, sich von alten Gewohnheiten zu trennen und Platz für Neues zu schaffen.

Die Aufgabe lautet: Ballast abwerfen, loslassen von all den schönen und vertrauten Dingen, Grundsätzen und Wertvorstellungen, die das Leben „scheinbar“ so angenehm machen, und sich auf den Weg ins Unbekannte begeben.

Das Leben wird uns immer wieder auffordern, tief greifende Veränderungen in uns selbst und in äusseren Lebensbedingungen zu akzeptieren. Wenn wir lernen, alte Brücken hinter uns abzubrechen, das gesellschaftliche Wertsystem, konservative Grundsätze, sowie unser Bedürfnis nach materiellem Besitz, nach Sicherheit und Werten zu hinterfragen, wird der Umgang mit der aktuellen Situation leichter. Mit der Bereitschaft, die Kontrolle über sich selbst, über unsere Gefühle und unseren Besitz zu lockern und auch einmal aufs “Glatteis” zu gehen, finden wir zu einer neuen Lebensqualität. Anstelle von eigenem Besitz und festgefahrenen Vorstellungen können beispielsweise Fremdwerte, gesellschaftliche Macht, Randgruppen der Gesellschaft oder grenzüberschreitende Erfahrungen in den Brennpunkt des Interesses treten.

Wichtig ist dabei, dass wir die Herausforderungen annehmen und objektiv und mit offenem Interesse die Tatsachen betrachten und Neues lernen. Indem wir neue Informationen sammeln und wertfrei weitergeben, können wir durch Objektivität und sachliches Interesse mehr Anerkennung finden, als wenn wir unsere  vorgefasste Meinung zum Besten geben. Es gilt, sich dem Leben auf eine ungewohnte, bisher noch nicht geübte Art zu stellen.

Fragen im Zusammenhang mit Saturn-Themen

• Bist Du Dir selber treu und nimmst Dich ernst genug?

• Wie schaffst Du stabile und langfristig haltende Strukturen in Deinem Leben?

• Welche unbefriedigenden und drückenden Situationen gibt es in Deinem Leben, deren Veränderung Du eigentlich schon lange in die Hände hättest nehmen sollen?

• Was hat in Deinem Leben Priorität? Was ist weniger wichtig? Brauchst Du zu viel Zeit und Kraft für das Unwesentliche, und hindert Dich das, das Wichtige zu verwirklichen?

• Welche konkreten Schritte sind nötig, um Deine Ziele zu erreichen? Welche Massnahmen kannst Du treffen? Wie viel Arbeit erwartet Dich? Welche äusseren und inneren Hindernisse sind zu erwarten? Baust Du auf soliden Grund?

• Gehst Du in Deiner Planung von der konkreten Realität aus oder von einem Wunschdenken, wie Du die Realität gerne hättest? Gibt es Dinge, vor denen Du die Augen zu drückst?

• Gibt es Dinge, Menschen oder Situationen, die Dir Angst einflössen? Stellst Du Dich Deinen Ängsten, oder meidest Du diese? Siehst Du diese gar nicht, sodass sie Dir in Form von äusseren Situationen gegenübertreten?

• Wie weit bist Du Deine eine eigene Autorität, und wie weit bist Du abhängig von äusseren Autoritäten und Sicherheiten? Schwierigkeiten mit Autoritätspersonen können auf zu wenig eigenes “Rückgrat” hinweisen. Was kannst Du tun, falls Du diesbezüglich in einer Abhängigkeitsstellung bist?

• Welche gesellschaftlichen Normen und Muster aus der Kindheit hindern Dich daran, nach Deinen eigenen Grundsätzen zu leben? Was für Richtlinien hatten Deine Eltern? Wo lebst Du immer noch danach, und wo hast Du eigene entwickelt?

Fragen im Zusammenhang mit Uranus-Themen

• Uranus-Transite bedeuten, dass wir auf unserem Lebensweg an einer Kreuzung angelangt sind, wo wir wählen können, welche Richtung wir einschlagen wollen. Wo nutzt Du diesen Spielraum zu Veränderungen, und wo bleibst Du am Alten verhaftet, weil dies vielleicht bequemer ist?

• Um klarer zu erkennen, was überholt ist, könntest Du Dir vorstellen, dass Dein Leben die nächsten zwanzig Jahre genau so weitergeht wie es jetzt ist. Was stört Dich an dieser Vorstellung?

• Wenn Du Dinge verändern möchtest, so gilt es, konkrete Wege dafür zu suchen. Uranus bringt nur die Idee und ist selbst ohne Struktur; es ist also nötig, dass Du Veränderungen sorgfältig planst, um sie auch durchführen zu können. Welche Schritte sind dazu nötig?

• Wie weit sind Veränderungswünsche wirklich eine Suche nach Neuem und wie weit entspringen sie einer Rebellion (des Ego), die dasselbe mit umgekehrtem Vorzeichen wiederholt?

• Wann und wo bist Du von anderen verschieden, ohne dass dies eine “Egodemonstration” ist? Wie kannst Du Deine individuellen Charakterzüge am besten zum Ausdruck bringen?

• Wie kannst Du Lebendigkeit und Tatendrang ausleben, ohne nervös zu werden?

© Martina Frühbis, 17.02.2021